A 281 und Wohnungsbau-Projekte angesprochen / Gesamtkonzept angemahnt

Verzögerungen bei wichtigen Bauprojekten wie dem Wohnungsbau in Blumenthal, Cranzer Straße und dem Vegesacker Hartmannstift aber auch bei der  A 281 mit dem Wesertunnel beschäftigen aktuell den Wirtschafts- und Strukturrat Bremen-Nord (WIR). In der letzten Sitzung des WIR-Vorstands ging es außerdem um das vom Senat angekündigte jedoch nach wie vor ausstehende Gesamtkonzept für Bremen-Nord, an dem seit fast zwei Jahren gearbeitet wird.
„Vor dem Hintergrund des Nachholbedarfs, den Bremen-Nord unverändert bei diversen Themen der Stadtentwicklung hat“, so der WIR-Vorstand in einer Presseerklärung, „sind weitere Verzögerungen nicht akzeptabel.“ Der WIR fordert deshalb mehr Tempo bei wichtigen Projekten und die rasche Fertigstellung des angekündigten Gesamtkonzeptes für Bremen-Nord.

 

281

Der Ringschluss der Bundesautobahn A 281 mit dem Wesertunnel ist Thema einer schriftlichen Anfrage an den Senator für Umwelt, Bau und Verkehr. Dabei verweist der WIR darauf, dass dieses Projekt ein wirtschaftsstrukturelles und verkehrsgeographisches Schlüsselprojekt für die Region sei. Die damit angestrebte verbesserte Anbindung an die A 1 in Richtung Süden sowie an große Teile der Weser-Ems-Region einschließlich Oldenburg sei von zentraler Bedeutung für die hiesigen Industrie- und Gewerbeflächen.
Ausgelöst durch die Berichte über Verzögerungen beim Bauabschnitt 2.2 der A 281, dem Teilstück zwischen Neuenlander Ring und Autobahnzubringer Arsten, fragt der WIR nach dem weiteren Projektfortschritt für die Anbindung des Bremer Nordens. Der WIR erwartet eine Bestätigung der zuletzt seitens des Bauressorts kommunizierten Termine für den Baubeginn noch in 2017 und die Fertigstellung in 2021.

Wohnungsbau

Mit Sorge beobachtet der WIR auch Verzögerungen bei der Entwicklung von Wohnungsbauprojekten. Beispielhaft wird nicht nur das Projekt Hartmannstift in Vegesack genannt, bei dem seit nunmehr sieben Jahren versucht werde, einen Ort für Wohnen und Gewerbe entstehen zu lassen. Mehrere Mitgliedsbetriebe aus der Bauwirtschaft sind mit Klagen über Projektverzögerungen und der Bitte um Unterstützung an den WIR-Vorstand herangetreten.
Dabei geht es neben dem Bauprojekt Cranzer Straße in Rönnebeck um weitere Projekte in Aumund und Lesum. Wie der WIR erläutert, geht es bei den seitens der Bauwirtschaft angesprochenen Projekten um insgesamt ca. 500 Einheiten. All diese Projekte seien für die Entwicklung  dieses Stadtbezirks förderlich, Verzögerungen dürfe es nicht geben. „Wenn der Senat Bremen zur wachsenden Stadt erklärt, dann gilt das auch für den Bremer Norden. Gerade der Zielgruppe Neubürger und hier speziell den jungen Familien müssen rasch attraktive Angebote gemacht werden“, so WIR-Vorstand Rainer Küchen.

Inzwischen hat der WIR auch zu diesem Themenkreis Kontakt mit dem Senator für Umwelt, Bau und Verkehr aufgenommen, um weitere Verzögerungen zu vermeiden und Verbesserungen bei der weiteren Wohnungsbauentwicklung in der Region zu erzielen.

Gesamtkonzept Bremen-Nord

Neben der Verkehrsinfrastruktur und dem Wohnungsbau geht es dem WIR auch um andere Standortthemen der Region. Das sind zum Beispiel Themen wie Arbeitsplätze, Gewerbeflächen, Einzelhandel, innere Sicherheit oder soziale Brennpunkte. Diese und andere Standortthemen sollen unter der Federführung des Senatsbeauftragten Martin Prange im „Integriertes Struktur- und Entwicklungskonzept für Bremen-Nord“ (ISEK) dargestellt werden. Allerdings dauert auch die Arbeit an ISEK länger als geplant. „Wir erleben Martin Prange in der Sache engagiert und stets konstruktiv im Umgang“, so der WIR in seinem Pressestatement, “dennoch fragen wir uns, warum sich die ISEK-Fertigstellung verzögert.“

Aus Sicht des WIR muss erreicht werden, Bremen-Nord im Standortwettbewerb besser zu positionieren. Es gehe darum, neue Arbeitsplätze zu schaffen, Gewerbebetriebe anzusiedeln, Neubürger anzuziehen, Einzelhandelskunden zu gewinnen oder touristische Besucher in die Region zu bringen. Dazu müssen die maßgeblichen Standortfaktoren ebenso verbessert werden wie das damit verbundene Image des Stadtbezirks. Das erfordert aus Sicht des WIR ein ressortübergreifendes Konzept mit einer konkreten Maßnahmen- und Projektplanung. Genau dies ist der Ansatz von ISEK und deshalb drängt der WIR auch bei diesem Thema auf eine Fertigstellung ohne weitere Verzögerungen.