Projekt „berufsstART Bremen-Nord“ geht an die Öffentlichkeit - (Mit freundlicher Genehmigung: Das BLV vom 10.12.2014)

Vertreter von Schulen und Betrieben, der Handwerkskammer sowie der Wirtschaftsförderung stellten das Projekt -berufsstART Bremen-Nord- vor. Im Bild von rechts: Iris Gerber (WFB), Elfie Dieke (WIR), Magdalena Münstermann (Telgter Modell), Björn Kohnke (WIR), Anke Beuren (G.-R.-Schule) und Rainer KüchenDiese Fakten sind bekannt: Es gibt unbesetzte Ausbildungsplätze in den Betrieben und der Fachkräftemangel steigt an. Gleichzeitig gibt es viele Jugendliche, die sich ohne Erfolg um eine Ausbildungsstelle bemühen. Vor diesem Hintergrund will das Projekt „berufsstART Bremen-Nord“  aktiv werden. Es wurde von der Gerhard Rohlfs-Schule Vegesack in Anlehnung an das „Telgter Modell“ und auf Basis einer Initiative des Wirtschafts- und Strukturrates Bremen-Nord (WIR) ins Leben gerufen.
Inzwischen haben sich über 40 Betriebe und diverse Schulen diesem Projekt angeschlossen. Unternehmensservice (USB) und Wirtschaftsförderung (WFB) Bremen flankieren das Projekt mit einer sowohl Betrieben als auch Schulen zukünftig zur Verfügung stehenden Datenbank.

Vor einigen Tagen stellten die Gründungsakteure das Projekt in der Vegesacker Strandlust vor.  Dr. Margareta Brauer-Schröder, Landesinstitut für Schule Bremen, führte als Moderatorin durch den Abend. In ihrem Grußwort  unterstrich Angelika Pfeifer, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Bremen,  den Facharbeitermangel im Handwerk.  Personelle Engpässe in den Betrieben seien deutlich spürbar, es gebe eine Vielzahl an unbelegten Ausbildungsplätzen. „Wir müssen alle Register ziehen“, sagte sie, wenn es darum gehe, Personal und Nachwuchs für das Handwerk zu finden.
Magdalena Münstermann  berichtete anschließend über das erfolgreiche „Telgter Modell“. Unter dem Motto „Schule und Wirtschaft – Das Telgter Modell“ hat Münstermann ein Projekt initiiert, wo die Vernetzung zwischen Schule und Wirtschaft bereits ab Klasse 5 beginnt. Ziel sei dabei gewesen, möglichst frühzeitig und fächerübergreifend Schülern und Lehrern den Kontakt und Zugang zu Betrieben zu ermöglichen, damit Bedingungen und Chancen verschiedener Berufe als Voraussetzung für die Berufswahl in Klasse 9/10 bekannt würden. „Wir brauchen Partner vor Ort“, so ihr Appell. Nach nun inzwischen über fünf Jahren habe sich das Telgter Modell bestens bewährt und werde ausgebaut. Weitere Unternehmen und Schulen würden in das Projekt eingebunden und das Telgter Modell habe eine Kommunikationsplattform im Internet.
Anke Beuren von der  Gerhard-Rohlfs-Oberschule ging auf die Rolle der Schulen im Projekt ein. „Wir wollen, dass unsere Schülerinnen und Schüler einen guten Übergang in die Berufswelt schaffen. Die Rolle der Schulen dabei ist, dass sie optimal auf diesen Übergang vorbereiten und die Ausbildungsreife der Schulabgänger sicherstellen. Hierzu gehört neben der Vermittlung des kognitiven Wissens eine fundierte Berufsorientierung“, betonte sie.
In dieser Initiative stecke die Chance, dass die Menschen der Unternehmen und die Menschen, die in Schule arbeiteten, aufeinander zugingen, einander besser kennen lernten und somit durch persönliche Kontakte eine Basis der vertrauensvollen Zusammenarbeit entstehen ließen. „Damit der Übergang gelingt, sind viele gefragt“, sagte sie.
Agnes Knelangen und Volker Ballhausen von der Wirtschaftsförderung Bremen stellten ihre neue Datenbank vor, wo Unternehmen ab sofort spezielle Angebote für Schulen eintragen können.