Wirtschaftsrat sieht auch den Rathaus-Arbeitskreis geschädigt / Kompletter Neuanfang bei Inhalt und Vorgehensweise gefordert

Der Wirtschafts- und Strukturrat Bremen-Nord (WIR) begrüßt die Entscheidung von Bausenator Lohse, das Hochhaus-Projekt Weserstraße zu kippen. Den Verlauf und Beschluss der Beiratssitzung sieht der WIR als einen deutlichen Denkzettel für das Bauressort. „Das sollte der Bausenator dringend für eine umfassende Kurskorrektur nutzen“, so der WIR in einer Presseerklärung. Eine solche Korrektur fordert der WIR sowohl hinsichtlich der konkreten Inhalte des Bauprojektes als auch bei der Vorgehensweise im gesamten Planungsprozess.

Gleichzeitig kritisiert der WIR, dass Staatsrat Golasowski vom Bauressort das Hochhaus-Projekt während der Januar-Sitzung des Rathaus-Arbeitskreises Bremen-Nord mit keinem Wort erwähnt hat, obwohl zu diesem Zeitpunkt  bereits konkrete Projektgespräche durch die ihm unterstellte Senatsbaudirektorin Reuther geführt wurden. Gerade vor dem Hintergrund, dass im Rathaus-Arbeitskreis eigens eine spezielle Arbeitsgruppe eingerichtet wurde, die sich  mit wichtigen Wohnungsbauthemen in Bremen-Nord befassen soll, ist ein solches Verhalten aus Sicht des WIR nicht zu akzeptieren. „Die Bedeutung des von Bürgermeister Böhrnsen eigens für Bremen-Nord initiierten Rathaus-Arbeitskreises“, so WIR-Vorstand Rainer Küchen, „wird durch diese Vorgehensweise des Bauressorts ausgehöhlt“.

Für die weitere Projektplanung erwartet der WIR eine gründliche öffentliche Erörterung der alternativen baulichen Möglichkeiten auf dem Areal an der Weserstraße/Ecke Schulkenstraße. Dazu gehöre u.a. die Einbeziehung der städtebaulichen Entwicklungsperspektiven im Umfeld, zum Beispiel das Gelände des ehemaligen Hartmannstiftes und das Areal beim Schaufenster Bootsbau. Im Interesse einer vernünftigen städtebaulichen Entwicklung im Mittelzentrum Vegesack, müsse ein Neubau an dieser bedeutenden Stelle in eine Gesamtstrategie passen. „Eine komplette Betrachtung aller Aspekte der künftigen Bauentwicklung an diesem Endpunkt der Maritimen Meile und des Stadtgarten Vegesack ist im weiteren Planungsprozess zu berücksichtigen“, ergänzt der WIR seine Vorstellungen.