Mangelhafte Basis für die Bewältigung der Strukturprobleme in der Region / Spicarium: „Nicht das Kind mit dem Bade ausschütten“

Der Wirtschafts- und Strukturrat Bremen-Nord (WIR) hat bei seiner Mitgliederversammlung vor kurzem einen Maßnahmenplan verabschiedet. Er befasst sich mit den dringendsten Strukturproblemen in Bremen-Nord. Der Plan wurde auch den Verhandlungsführern der Koalitionsparteien zugeleitet. Umso enttäuschter ist man beim WIR über den nunmehr vorliegenden Koalitionsvertrag. „Wir sehen in diesem Vertrag die spezifischen Strukturprobleme des Stadtbezirks Bremen-Nord nicht ausreichend berücksichtigt“, so der WIR in einer Presseerklärung. Der Vertrag sei nur eine mangelhafte Arbeitsbasis für die kommenden vier Jahre. Die drohende Schließung für das Spicarium sei in diesem Zusammenhang symptomatisch für den Vertrag. Hier solle offenbar das Kind mit dem Bade ausgeschüttet werden.

Die besondere Bedeutung, die das Spicarium für Vegesack hat, wird auch im kürzlich erstellten Konzept für Freizeit und Naherholung in Bremen-Nord verdeutlicht. Hier wird vorgeschlagen, das Spicarium zu einem von 3 „Welcome“-Servicepunkten für Besucher der Region einzurichten. „Das Konzept hat überall eine gute Resonanz gefunden und wurde auch von der Wirtschaftsdeputation begrüßt“, erinnert der WIR nun. Dennoch gehe der Koalitionsvertrag nun in Richtung Spicarium-Schließung. Dies sei völlig unverständlich und gehe in die falsche Richtung. Offensichtlich habe man sich bei den Koalitionsverhandlungen nicht ausreichend mit der konkreten Situation vor Ort befasst. Der WIR schlägt deshalb vor, die Rolle des Spicariums im Rahmen der inzwischen begonnenen Konzeptumsetzung weiter zu konkretisieren und hinsichtlich der Einnahmesituation zu stärken.
Auf Basis seines Maßnahmenplanes für Bremen-Nord will der WIR nun den Koalitionsvertrag weiter kritisch überprüfen. „Wir haben den politischen Handlungsbedarf mit unserem Maßnahmenplan verdeutlicht“, so der WIR weiter in seiner Presseerklärung. Impulse für den Arbeitsmarkt und den Wohnungsbau seien dabei von besonderer Bedeutung. Jetzt wird es darum gehen, die Interessen unseres Stadtbezirks auch dann konsequent zu vertreten, wenn der Koalitionsvertrag dazu leider kein gutes Startsignal ist.