Diskussionsveranstaltung im Campus Center der Jacobs University
„Fachkräfte. Chancen. Nutzen“

Unter diesem Motto stand eine Diskussionsveranstaltung im Campus Center der Jacobs University. Eingeladen hatten die Handelskammer, der Wirtschaftssenator, der Wirtschaftsrat Bremen-Nord, der Landesverband Verkehrsgewerbe Bremen (LVB) und die Wirtschaftsförderung Bremen (WfB). Zentrale Frage war, wie künftig dem Facharbeitermangel in der Logi-stikbranche begegnet werden kann. Martin Günthner, Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen der Freien Hansestadt Bremen, sollte zu Beginn des Abends einen Überblick über die Bedeutung des Logistikstandortes Bremen geben. Er hatte jedoch kurzfristig abgesagt. So eröffnete Dr. Klaus Sondergeld, Geschäftsführer des Geschäftsbereichs Standortmarketing der WFB Wirt-schaftsförderung Bremen GmbH, die Veranstaltung. „Was erwarten Hochquali-fizierte von ihrem künftigen Arbeitsort und kann Bremen die Erwartungen erfüllen? Erkenntnisse aus empirischer Forschung“ lautete der Titel seines Vortrags, in dem er an seine Zuhörer appellier-te, künftigen Bewerbern die positiven Eigenschaften der Hansestadt darzulegen.

Sigward Glomb, Vorsitzen-der Landesverband Verkehrsgewerbe Bremen e. V., machte den Fachkräftemangel in der Logistikbranche deutlich. Gut 25 Prozent der Beschäf-tigten seien älter als 55 Jahre, nur drei Prozent jünger als 25. Die Branche brauche dringend Nachwuchs. In Deutschland seien derzeit 2,9 Millionen Menschen in 60 000 Unternehmen der Logistik beschäftigt. Das mache den drittgrößten Wirtschafsbereich im Lande aus. Wie wichtig die Sprache für das Weiterkommen von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen in den Betrieben sei, stellte Professor Sonia Lippke von der Jacobs Uni in ihrem Beitrag unter dem Titel „Fachkräftemangel anders betrachtet: Worauf es in kulturell gemischten Belegschaf-ten ankommt“ heraus. Es geht aber auch anders: Martina von Holten, Geschäftsführerin der Logistik-sparte bei der Nehlsen AG, berichtete, dass Nehlsen seit Jahren gute Erfahrungen und Fortschritte bei der Integration von Migranten ge-macht habe. Alle Beteiligten betonten, dass sie offen seien für Flüchtlinge, die derzeit ins Land kämen. Vielleicht könnten einige von ihnen in der Logistik eine neue Beschäftigung finden. Zuvor müssten jedoch vor al-lem sprachliche und kulturelle Hindernisse überwunden werden.
Quelle: Das BLV