Bürgermeister Sieling: „Keine Schrumpfungsdebatten“

Thorsten Nagel vom Unternehmer-Forum (v.l.), Rainer Küchen, WIR-Vorsitzender, Janina Marahrens-Hashagen, Vizepräses der Handelskammer Bremen, Bürgermeister Dr. Carsten Sieling und Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen, diskutierten die Standortsituation und die weitere Entwicklung im Bremer Norden unter dem Motto "Handeln für Bremen-Nord". Foto: Weser Report

Rund 120 Gäste folgten der Einladung von Handelskammer und WIR, um Bürgermeister Dr. Carsten Sieling im Rahmen des Dialog-Forums am 11. Februar zum Thema „Politik für Bremnen-Nord“ zu hören. Ebenso interessant waren die Statements der Podiumsgäste: Janina Marahrens-Hashagen, Vizepräses der Handelskammer, Rainer Küchen, Vorsitzender des WIR, Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer sowie Thorsten Nagel vom Unternehmerforum Bremen-Nord. Moderiert wurde die Veranstaltung von WIR-Vorstandmitglied Bernhard Wies.
Ein klares Bekenntnis zu Bremen-Nord war der Vortrag des Bürgermeisters. Ebenso klar: Die Finanzierung notwendiger Strukturmaßnahmen für den Stadtbezirk wird schwierig, denn die Hansestadt befindet sich in einer prekären Haushaltslage. So wird sich spätestens nach Fertigstellung des vom Bürgermeister angekündigten Gesamtkonzepts für Bremen-Nord zeigen, ob sich das beim Dialog-Forum vom Bürgermeister formulierte Bremen-Nord-Bekenntnis dort wiederfindet und wie es finanziert werden soll.

Immerhin will sich Sieling für die weitere Stärkung der nordbremischen Wirtschaft einsetzen, betont die Chancen der Region als Wohnort, sieht den Stadtbezirk ebenso wachsen, wie die gesamte Stadt und erteilt den noch vor wenigen Monaten vom Bauressort initiierten Schrumpfungsdebatten für Bremen Nord eine Absage. Er sieht die Notwendigkeit, weitere Flächen für das Bauen zu nutzen und dieses Thema intensiver anzugehen. Dazu soll auch eine personelle Stärkung des Bauamtes beitragen. Diese und andere Standortthemen sollen bis Ende des Jahres einfließen in das „Integriertes Struktur- und Entwicklungskonzept Bremen-Nord“. Etwa Mitte des Jahres soll dazu im Rathaus-Arbeitskreis ein erster Grobentwurf vorgelegt werden.
Wie notwendig ein solches Gesamtkonzept ist, verdeutlichten die Statements der Podiumsgäste. Der sehr niedrige Arbeitsplatzbesatz im Bremer Norden und das geringe Gewerbeflächenangebot wurden ebenso angeführt wie die ungünstige demographische Entwicklung mit Bevölkerungsverlust und Überalterung.  Auch weiter aktuelle Probleme wie das darbende Zentrum Blumenthal, die Problemimmobilie Haven Höövt oder der Brennpunkt Grohner Düne wurden von den Podiumsgästen angesprochen. Vertiefende Fragen und engagierte Kommentare zu einzelnen Standortthemen ergaben sich in der folgenden Diskussion mit dem Publikum, zu der Moderator Wies eingeladen hatte.
Einig war man sich auf dem Podium, dass Bremen-Nord viele gute Seiten hat, die mehr als bisher beworben werden sollten. Die schönen Naturräume an Weser und Lesum mit diversen Parks und der Bremer Schweiz gehören übereinstimmend dazu. Auch hier gilt jedoch: Mehr Marketing erfordert auch Geld. Sollte die weitere Umsetzung das vielfach gelobten Freizeit- und Naherholungskonzeptes Bremen-Nord in einer finanziellen Hängepartie bleiben, droht auch hier der Stillstand. Hoffen wir also, dass dem positiven Bekenntnis des Bürgermeisters zu Bremen-Nord entsprechend positive Taten folgen.