Wie sieht die Arbeitswelt für kleine und mittelständige Unternehmen (KMU) in Bremen-Nord in Zeiten von demografischem Wandel und „Arbeit 4.0" aus? Was können sie gegen den Fachkräftemangel, gerade im Handwerk unternehmen? Diese Themen wurden am Montagabend in der Strandlust erörtert.
Der Titel der Veranstaltung lautete: „Aktiv die betriebliche Zukunft gestalten - Schwerpunkt: Moderne Personalentwicklung als betriebliches Instrument zur Gestaltung einer modernen und zukunftsfähigen Personalpolitik".
Rainer Küchen,  erster Vorsitzender vom Wirtschafts- und Strukturrat Bremen-Nord, berichtete von fehlenden Fachkräften und Unternehmensnachfolgern, gleichzeitig von wegfallenden Arbeitsplätzen durch die Technisierung. „Die Arbeitswelt steht im Umbruch!", sagte er.

Wie bekommen wir neue Mitarbeiter und wie behalten wir sie? Dieses Themas nahm sich Kerstin Purnhagen, Projektleiterin Erstberatungsstelle „unternehmensWert:Mensch" an. Sie stellte das Förderprogramm für KMU bis 249 Beschäftigte vor, mit dessen Hilfe „maßgeschneiderte Lösungen für eine mitarbeiterorientierte und zukunftsfähige Personalpolitik" umgesetzt werden können. „Menschen wollen beteiligt werden", erklärte sie in Bezug auf die Prozessberatung.
Beispiele zur Personalentwicklung brachte Personalchef Horst Merten von der tyssenkrupp System Engieneering GmbH ein: „Standardisierte Mitarbeitergespräche reichen nicht mehr aus", unterstrich er. Wichtig sei, für alle Bereiche Zielbilder zu definieren. In seiner Firma sei unter anderem ein Talenteprogramm entwickelt worden. Man gehe auf die Mitarbeiter zu und 70 Prozent der Personalentwicklungsmaßnahmen fänden im Job statt. Außerdem werde der „Skill-Kompass" eingesetzt: So können Arbeitnehmer nach ihren Talenten und Kompetenzen unter die Lupe genommen und eingesetzt werden. Zukünftig gebraucht würden Elektrotechniker.
Tobias Reuter vom Institut für Arbeitsfähigkeit sprach über die notwendige Balance zwischen Mensch und Arbeit. Zu betrachten seien unter anderem Umfeld und Arbeitszeitregelung, Gesundheit, Kompetenz, Werte, Einstellung oder Motivation des Arbeitnehmers. „Die Führung hat einen direkten Einfluss auf Motivation und Arbeitsleistung", erklärte er. Nach der Podiumsdiskussion fasste Kerstin Purnhagen zusammen: „Personalentwicklung hat viele Kanten. Führungsrelevant ist: Wie integrieren wir Mitarbeiter".
Eingeladen zum Event hatte der Impulsgeber Zukunft e.V. als Träger des ESF-Bundesprogramms unternehmensWert:Mensch in Kooperation mit dem Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen Bremen, dem Wirtschafts- und Strukturrat Bremen-Nord WIR sowie dem Unternehmerforum Bremen-Nord.

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